Abschied

Das letzte Bild von Soul und seinem Kumpel Zeus
...dein Blick streicht wie eine Feder über meine Haut und dein Herzschlag, vernehme ich im Gleichklang, ganz laut...
...Deine Nase stupst mich freundlich fordernd an und erzählt von dem, wie alles begann...
Deine Ohren stellen sich neugierig auf, wenn du meine Schritte hörst und ich hatte trotz deiner Einschränkungen nicht eine Minute das Gefühl, dass du störst...
Dein Bellen ist wie das Blätter rauschen im Wind und wenn ich es höre, dann weiß ich, dass wir beide uns einig sind...
Keine Qual, keinen Schmerz und kein Leiden soll uns beide verbinden, denn ich schenke dir das, was du dir wünschst zu finden...
Ich schenke dir die Freiheit, deinen Weg zu gehen, schenke dir den Augenblick, deinen Weg zu sehen und ich schenke dir die Nacht, die dich zärtlich umfängt, den Himmel der sich leise auf dich senkt...
Schenke dir meine Liebe, die dich begleitet wohin du auch gehst, sie wird dich nie verlassen, so lange wie ich leb...
Die Fenster weit aufgemacht, kann deine Seele in die Freiheit fliegen, du mein Freund Soul, wirst immer siegen...
Gestern war für meinen Mann Markus und für mich ein schrecklicher Tag, denn wir mussten einen guten Freund, einen treuen Gefährten und eine liebevolle Seele den Weg über die Regenbogenbrücke ebnen. Soul hatte wie angekündigt, am 02.04.08 und am 03.04.08 sein CT in der Tierklinik Birkenfeld. Leider wurde dort festgestellt, dass Soul nicht nur zwei schwerwiegende Bandscheibenvorfälle im oberen Halswirbelbereich hatte, sondern auch, dass der Nerv im hinteren Bereich stark gequetscht war. In Rücksprache mit dem behandelnden Chrirurgen, wurde eine sehr ungünstige Prognose für Soul gestellt und vorallem litt der liebe Rüde unerträgliche Schmerzen. Einer eventuellen Operation war nicht optimistisch entgegen zu sehen und seine Chancen jemals Schmerzfrei bzw. überhaupt Hundernah zu leben, lag bei 20%. In Rücksprache mit dem Vorstand der Dalmatinerpfoten und dem gesamten Team beschlossen wir, Soul weitere Qualen und Leiden zu ersparen und ihn über die Regenbogenbrücke gehen zu lassen. Wir holten Soul dazu zu uns nach Hause in die Umgebung, die der Rüde kannte. Hier durfte Soul in meinen Armen ganz sanft und still einschlafen, im Kreis von unseren Hunden und mit seiner Lieblingsdecke. Soul, war für uns mehr, als nur ein Nothilfe-Hund...Soul war ein wahrer Freund, eine Seele von Hund und soviel Kraft uns diese Entscheidung auch gekostet hat und so sehr die Erinnerung an ihn auch schmerzt, werden wir ihn nie vergessen...es war schwer ihn gehen lassen zu müssen und es tut sehr weh, aber dort wo Soul nun ist, wird er keine Schmerzen mehr haben und sich wohl fühlen..
An dieser Stelle möchte ich einige Worte des Dankes an viele Menschen richten, die uns unterstützen;
Danken, möchte ich all jenen, die durch Geldspenden ermöglicht haben, dass wir für Soul das CT machen konnten, um so eine sichere Diagnostik zu erhalten.
Danken möchte ich dem gesamten Team der Birkenfeld-Klinik, allen voran Dr. Salomon, der sich sehr verständig um Soul gekümmert hat. Ebenfalls den Tierarzthelferinnen, die Soul bei seinem 2-Tägigen Aufenthalt in der Klinik liebevoll betreuten.
Danken möchte ich, dem gesamten Dalmatinerpfoten in Not Team, allen voran Claudia Nockemann, Heike Reitler und Alexandra Meng. Eure Worte und das gemeinsame beweinen und betrauern, so schmerzvoll es auch ist, ist ein kleiner Trost für mich.
Letztendlich möchte ich Dr. Djir-Sarai danken, der es ermöglicht hat, dass Soul bei uns Zuhause einschlafen durfte.
Jutta Große
Erzählt von:
Jutta Große
aus Bedburg
Datum: 04.04.2008